Reise ins Baltikum

 

 

im August 2012

 

 

 

Tag 1

 

 

Der heutige Sonntag hat schon sehr früh angefangen. Bereits um 04:45 h steht mein geordertes Taxi vor der Tür um mich zum S-Bahnhof zu bringen. Dieses Mal habe ich auf den professionellen Fahrservice des  NRW-Shutteldienstes verzichtet, da ich ausnahmsweise ab Frankfurt fliegen wollte. 

 

 

Also geht’s erst mit der S-Bahn bis Df.-Hauptbahnhof, von dort dann um 05:53 h mit dem ICE weiter nach Frankfurt. Nach 1 ½ Stunden erreiche ich fahrplanmäßig den Flughafen.

 

Gut drei Stunden später geht es mit der Lufthansa weiter in die Litauische Hauptstadt Vilnius.

      

Um halb drei Uhr Ortszeit (die baltischen Staaten liegen eine Stunde hinter unserer Zeit zurück) bin ich dann im Hotel Algirdas angekommen.

Um keine Zeit zu verlieren, hab ich mich nur kurz umgezogen und dann auf den Weg in die Altstadt gemacht. Einen Stadtplan hatte ich an der Hotelrezeption erhalten, so dass ich den Weg sehr leicht gefunden habe.

Als erstes kam ich an den Universitätsgebäuden vorbei. Es ist die größte Uni Litauens und eine der ältesten in Osteuropa. Der Vorläufer der Uni ist das im Jahr 1570 gegründete Jesuitenkolleg Namens

„Academia et Universitas Vilnensis Societatis Iesu (Vilniusser Akademie und Universität der Gesellschaft Jesu)“.

 

Sie besteht heute aus 12 Fakultäten, 8 Universitätsinstituten sowie 10 Studien- und Forschungszentren.

Als nächstes hab ich die imposante Erzbischöfliche Kathedrale auf dem Kathedralplatz besichtigt. Ein wunderschöner Bau mit einem etwas abseits stehenden Glockenturm der an einen Leuchtturm erinnert.

 

Solche separat stehenden Glockentürme findet man sehr häufig im Baltikum.

In den Katakomben der Kathedrale wurden viele berühmte Persönlichkeiten Litauens beerdigt, Adlige, Bischöfe und Fürsten.

  

 

 

 

 

Vom Kathedralplatz aus bin ich zum nahegelegenen Gediminas Castle gegangen.

 Dieses liegt auf einem ca. 140 Meter hohen Berg in unmittelbarer Nähe zur Kathedrale und besteht aus einem eckigen Turm und einer etwas abseits gelegenen Burganlage.

 

Den Aufstieg hab ich

 

mir gespart, da es

 

einen Aufzug gibt,

 

mit dem man in

 

5 Minuten oben ist.

 

Der Turm (erbaut 1323)

 

beinhaltet heutzutage

 

ein geschichtliches

 

Museum und ist

 

gleichzeitig ein

 

Wahrzeichen der Stadt.

Von oben hat man einen phantastischen Rundumblick über die gesamte Stadt.

 

Auf meinem Rückweg ins Hotel musste ich dann noch eine Pause in einem Café gegenüber der Kathedrale einlegen und mir einen leckeren Cappuccino mit Zimt gönnen.

 

 

Zum Abschluss des Tages gab es dann ein gemeinsames Abendessen im Hotel mit den anderen Teilnehmern und der Reiseleiterin.

 

Erfreulicherweise ist es eine kleine Reisegruppe,

wir sind inkl. Reiseleiterin 14 Personen.

 

 

 

Tag 2

 

 

Heute beginnt die eigentliche Besichtigungsreise.

 

Nach dem Frühstück, gegen 9 Uhr, machten wir uns gemeinsam auf den Weg in die Altstadt, und zwar zu Fuß.

 

Unser erster Halt war an einer noch in der Restaurierung befindlichen Franziskaner Kirche. Sie liegt am alten Weg nach Trakai und ist einer der wichtigsten Tempel Vilnius. Die erste an dieser Stelle erbaute Kirche entstand bereits im Jahr 1387.

 

 

Weiter ging es über die „Deutsche Straße“ (Vokieciu) zum Rathausplatz, einem sehr schön angelegten Platz, der im Sommer Treffpunkt der einheimischen Bevölkerung und vielen Touristen ist.

Hier gibt es jede Menge Restaurants und Cafés, wo man bei schönem Wetter draußen sitzen und das rege Treiben auf dem Platz beobachten kann.

     

       

 

 

 

 

Auf dem Weg zum Tor der Morgenröte kamen wir u.a. an der Kasimir-Kirche vorbei. Namensgeber der Kirche ist der Schutzpatron Litauens, der heilige Kasimir. Es ist die erste im Barockstil erbaute und eine der bedeutendsten Kirchen der Stadt.

 

Das nächste Ziel war das Tor der Morgenröte, welches sich in der alten Stadtmauer Vilnius befindet.

   

Hier handelt es sich um eines der wichtigsten Denkmäler der Stadt und ist zugleich ein christlicher Wallfahrtsort.

 

In dem dem Stadtinneren zugewandten Teil des Tores befindet sich die Ikone der barmherzigen Muttergottes, die als Schutzheilige von Litauern, Weißrussen und Polen verehrt wird.

 

Da es jedoch eine sehr lange Warteschlange dorthin gab (eine Treppe führt zu einer Galerie im Oberen Teil des Tores hinauf), verzichtete ich auf die Besichtigung und widmete ich mich stattdessen den äußeren Teilen des Tores und der Stadtmauer. Das war allerdings nicht weiter sehenswert.

Im Anschluss wurden zwei weitere Kirchen besichtigt,

und zwar die St. Teresa Kirche ...

...und die Kirche des Heiligen Geistes

(Orthodox Church of the Holy Spirit).

Letztere ist eine wirklich sehenswerte, russisch orthodoxe Kirche, dessen inneres sehr prunkvoll ausgestattet ist. Vor allem die ungewöhnliche Farbgebung in Türkis ist einzigartig.

Man muss durch ein kleines Tor und einen kleinen Park gehen, um zum Portal der Kirche zu gelangen.

Der weitere Weg führte uns mitten hinein in das Künstlerviertel, ein zwischen Altstadt und dem Fluss Vilnia  gelegenen Stadtteil, übrigens hat die Stadt ihren Namen vom Fluß.

 

Dieser Stadtteil ist etwas ganz Besonderes. So riefen einige Bewohner die unabhängige Republik Užupis aus, mit eigener Verfassung, Flagge und Präsident.

Das Parlamentsgebäude ist das Cafe Užupio Kavinė, wo auch die Verfassung auf einer Bronzetafel niedergelegt ist.

 

Hier ein kleiner Auszug aus der Verfassung,

welche insgesamt 41 Artikel beinhaltet:

 

  • Jeder Mensch hat das Recht zu lieben.
  • Jeder Mensch hat das Recht, faul zu sein.
  • Niemand hat das Recht, Gewalt anzuwenden.
  • Jeder Mensch kann teilen, was er besitzt.
  • Jeder Mensch ist für seine Freiheit verantwortlich.
  • Lass dich nicht unterkriegen!
  • Schlag nicht zurück!
  • Gib nicht auf!
  • usw  usw  usw.

 

Die Unabhängigkeit wird jährlich am 1. April gefeiert, und nur an diesem Tag gibt es eine eigene Währung und sogar Grenzkontrollen.

Am 1.April 2001 wurde ein Denkmal enthüllt, das einen Trompete spielenden Engel darstellt, seither wird Užupis auch die „Engelsrepublik“ genannt.

 

Von dort gingen wir weiter zur wunderschönen Kathedrale.

Da ich diese ja bereits am Vortag besichtigt hatte, fiel meine persönliche Besichtigungszeit etwas kürzer aus. Stattdessen setzte ich mich auf den Stufen am Hauptportal in die Sonne.

 

Von dort hatte ich einen super Blick auf die im Boden eingelassen Kacheln, auf der auf einer das Wort Stebuklas (zu Deutsch: Wunder) stand. Sie steht als Sinnbild für eine Menschenkette, die 1989 hier begann und mit mehr als 2 Millionen Menschen quer durch Littauen, Lettland und Estland bis nach Tallin reichte und sich für die politische Freiheit der drei Staaten einsetzte.

Man sagt ihr nach, das sie Wünsche erfüllt, wenn man sich darauf stellt, fest an den Wunsch denkt und sich dabei um 360 Grad dreht.

Während meiner 20-minütigen Pause auf den Stufen gab es eine Menge Leute, die das ausprobiert haben....ob`s funktioniert hat?  

Wer weiss.....

 

Auf dem Rückweg in die Altstadt passierten wir das Universitätsgelände und besichtigten dort zunächst eine der ältesten Kirchen Vilnius,

die Universitätskirche St. Johannes.

Sie wurde bereits Ende des 14. Jahrhunderts gebaut. Gegen Ende des 16 Jhd. wurde sie den Jesuiten zugewiesen, die sie in die von ihnen geleitete Universität integrierten.

Auch diese Kirche hat einen aus der Renaissance stammenden freistehenden Glockenturm, ähnlich wie die Kathedrale.

 

Da es jetzt mittlerweile Mittag geworden ist, gingen wir weiter Richtung Altstadt um dort in einem gemütlichen Restaurant zu Mittag zu essen.

Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung, sodass ich nochmal zurück zum Rathausplatz ging.

Auf dem Weg dorthin passierte ich eine weitere Russisch-Orthodoxe-Kirche, die ich mir natürlich auch von innen ansah. Da in diesen Kirchen immer fotografieren verboten ist, hab ich heimlich ein Foto gemacht.

Gut das mich keiner gesehen hat.

 

 

 

In der Nähe hab ich

dann noch eine Figur

entdeckt, die

Dr. Tsemakh Shabad

darstellt. Er wurde im

Jahr 2007 mit diesem

Denkmal geehrt, weil er

der Prototyp des

"Doktor Aybolit, ein guter

Arzt aus einem Gedicht von

Korney Tschukowski" war.

Ein Stückchen weiter befindet sich die einzige Synagoge Vilnius, die „Taharot Hakodes“. Leider war sie geschlossen, so dass ich sie nur von außen besichtigen konnte.

Auf dem Weg zurück ins Hotel hab ich dann noch in einem Hinterhof eine schöne Malerei auf einem Garagentor entdeckt. Ich hab allen Mut zusammen genommen und mich in diesen nicht gerade einladenden Hinterhof begeben und ganz schnell ein Foto gemacht.

 

Gegen 16 Uhr war ich wieder im Hotel, mit schmerzenden Füssen und Rücken. Gut das es erst um 19 Uhr Abendessen gab, da hatte ich noch ein paar Stunden zur Erholung und der Schlaf hat mir, meinem Rücken und den Füssen außerordentlich gut getan.

 

 

 

Tag 3

 

 

Heute hieß es eine Stunde früher aufstehen, denn es ging bereits um 8 Uhr los. Diesmal jedoch nicht zu Fuß, wir durften im Bus Platz nehmen.

 

Und welch wundervolle Überraschung … wir hatten einen „großen“ Bus ganz für uns allen, so um die 50 Plätze. Also konnte JEDER Teilnehmer einen Fensterplatz einnehmen.

 

Da gestaltete sich das einsteigen doch viel entspannter als ich es bei den bisherigen Busrundreisen bereits erlebt hatte.

 

Der Tag fing gut an.

Zunächst stand eine kleine Stadtrundfahrt an.

 

Es ging u.a. vorbei an der Stadtbibliothek, Leninplatz und Oper.

 

Unser erstes Ziel

 

zum Verlassen des

 

Busses war die

 

Peter und Paul Kirche.

 

Leider hat es mittlerweile

 

angefangen zu regnen,

 

so dass die Erklärungen

 

im freien sehr kurz

 

ausfielen und wir uns

 

schnell in diese

 

wundervolle, im

 

Barockstil erbaute

 

Kirche begaben.

Beeindruckend ist das ganz in weiß gehaltene Kircheninnere, das über und über mit herrlichen Stuckarbeiten überzogen ist. Egal wo man hinschaut, man entdeckt immer wieder eine andere Figur oder Verzierung.

Nachdem wir uns wieder vollzählig im Bus eingefunden

hatten ging’s weiter Richtung Tarkai.

 

Unterwegs wurde dann noch ein Stopp eingelegt, und zwar in Kernave. Dieser nur 35 Kilometer von Vilnius entfernt liegende Ort ist die erste in den Chroniken erwähnte Hauptstadt des Fürstentums Litauens und gehört seit 2004 zum Unesco Weltkulturerbe.

 

Seine Lage am Fluss Neris und die fünf Burgberge machen ihn zu einer touristischen Sehenswürdigkeit.

 

Zum Glück hatte es wieder aufgehört zu regnen, da wir einen ausgedehnten Spaziergang zu den Burghügeln unternommen haben. Die tolle Sicht bis hin zum Fluß entschädigt für den langen Fussweg.

Die Weiterfahrt führte uns durch ein wunderschönes leicht hügeliges Gelände, inklusive Überquerung des Flusses Nevis,  bis hin zum Wasserschloss Tarkai.

 

Da es mittlerweile Mittag geworden ist, haben wir als allererstes ein für diese Region typisches Restaurant aufgesucht, in dem wir unser gemeinsames Mittagessen einnahmen. Es ähnelte einem türkischen Lokal, da wir auf ziemlich tiefen Sesseln saßen, in denen eigentlich der Schneidersitz angebracht gewesen wäre.

Zum Glück war das aber keine Pflicht.

Nach dem Mittagessen war ein kleiner Verdauungsspaziergang angesagt.

 

Vom Restaurant aus ging es am Wasser entlang zu einer kleinen Brücke hinüber zur Burg Tarkai, einem spätmittelalterlichen Wasserschloss.

Es liegt auf einer Insel zwischen dem Galvesee, Lukasee und Totoriskessee.

Bevor Fürst Gediminas die Hauptstadt Vilnius gründete, nutzte er diese Burg als Residenz.

 

 

 

 

Für die Besichtigung hatten wir eine Stunde eingeplant, in denen wir das gesamte Schloss mit all seinen Räumlichkeiten besichtigten. Das war schon äußerst anstrengend, da es teilweise über steile und enge Treppen immer wieder rauf und runter ging.  Mal innerhalb oder mal außerhalb des Gebäudes.

 

Am Nachmittag fuhren wir wieder auf direktem Weg zurück nach Vilnius ins Hotel.

 

Ich hatte darum gebeten, den Bus etwas vor unserem Hotel verlassen zu dürfen, da ich noch die in der Nähe gelegene russisch orthodoxe Kirche mit seinen grünen Zwiebeldächern besichtigen wollte.

 

 

 

 

Die „St. Michael und Konstantin“ ist eine der prächtigsten Kirchen der Stadt.

 

Da sie an das 300-jährige Regierungsjubiläum der Familie Romanow erinnern soll, wird sie auch Romanow-Kirche genannt. 

Weil die Kirche so gut wie leer war, habe ich den Popen gefragt, ob ich ein paar Fotos machen darf. Er war sehr freundlich und hatte zum Glück nichts dagegen. So prachtvoll sie von außen aussieht, so schlicht ist sie im inneren. Lediglich eine mit Ikonen geschmückte Wand sticht von dem sonst weißen Innenraum ab.

 

Anschließend machte ich mich auf den Weg ins Hotel, wo ich dann noch Zeit hatte mich umzuziehen, um anschließend unser gemeinsames Abendessen zu genießen.

 

 

 

Tag 4

 

 

Am heutigen Tag sollten wir das Hotel verlassen und nach Riga weiter fahren. Zunächst war jedoch Frühstück angesagt.

Und das war absolut chaotisch.

Das Hotel war wohl nicht darauf eingestellt, dass alle Gäste fast zur gleichen Zeit frühstücken wollten. Oder die Abstimmung zwischen den diversen Reisegruppen hat nicht funktioniert. Jedenfalls, als ich gegen 8 Uhr in den Speiseraum kam, fand ich nicht einen freien Platz.

Und so ging ich in die Empfangshalle zurück, um dort zu warten. Das hatten wohl schon andere vor, aber stattdessen hatten sie sich dort zum Frühstücken niedergelassen. Also machte ich das auch. Ich belegte einen Sessel samt Tisch mit meinem Rucksack, ging in den Speiseraum um mir dort mein Frühstück zusammen zu stellen.

 

Aber das war wohl nichts…es gab keine Teller. Also erst mal eine Tasse Kaffee an den Tisch gebracht und dann wieder auf die Suche nach einem Teller gemacht. Nach einer kurzen Wartezeit hatte ich dann alles zusammen und ich konnte endlich frühstücken.

 

So ein durcheinander hatte ich noch in keinem Hotel erlebt.

 

 

Natürlich konnten wir erst mit einiger Verspätung abfahren.

Die Busfahrt Richtung Riga war ziemlich unspektakulär. Es ging hauptsächlich über die Autobahn, wobei wir einen großen Teil über die sog. „Via Baltica“ gefahren sind.

 Es handelt sich hierbei um die Europastraße 67 (kurz E67), welche über insgesamt 1.700 Km von Prag, über Breslau, Warschau, Kaunas, Riga und Tallinn bis nach Helsinki (per Fähre) reicht.

 

Unterwegs begegneten wir immer wieder den zahlreichen Störchen, die sich hier jedes Jahr zum Ende des Sommers hin versammeln um dann Richtung Süden aufzubrechen.

Nach 2 Stunden wurde an einer Raststätte eine erste Pause eingelegt, und gegen 12 Uhr überquerten wir dann die Grenze nach Lettland, auch das war unspektakulär, da die baltischen Länder in der EU sind.

Die alten Grenzanlagen stehen jedoch noch.

Eine weitere halbe Stunde später haben wir dann einen kurzen Stopp in Bauska zum Geld wechseln eingelegt, in den Ländern Litauen und Lettland (im Gegensatz zu Estland) wurde der Euro noch nicht eingeführt wurde. Auch einen kleinen Snack habe ich zu mir genommen, ein gemeinsames Mittagessen war nämlich nicht vorgesehen.

Unsere Besichtigung am heutigen Tag konnten wir dann gegen 13 Uhr beginnen, das Schloss Rundele.

Es ist so groß, dass wir 2 Stunden in der gesamten Anlage verbrachten. Das Schloss einschließlich seiner Parkanlagen rundherum wurde nach dem Vorbild des französischen Schlosses Versailles erbaut und beherbergt auf fast 7.000 qm 138 Zimmer und Säle.

Das gesamte Schloss ist ein riesiges Museum. Es beherbergt in seinen der Öffentlichkeit zugänglichen Räumen zahllose Kunstgegenstände, Gemälde, Porzellan und antike Möbel.

   

Von Rundele aus fuhren wir auf direktem Weg nach Riga ins Hotel Albert, wo wir gegen 16 Uhr ankamen.

Nach dem beziehen meines Zimmers habe ich einen ersten Erkundungs - Spaziergang gemacht.

Das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe der Alberta-Straße mit seinen bekannten Jugendstilhäusern.

Diese überwiegend restaurierten Häuser sind sehr beindruckend und ein echter Hingucker.

 

Mein Spaziergang führte mich u.a. auch in den „Vērmanes dārzs“, auf Deutsch der Wöhrmannsche Garten, die älteste Parkanlage Rigas, die bereits 1817 eröffnet wurde.

Da es mittlerweile schummrig wurde und das gemeinsame Abendessen für 20 Uhr 30  angesetzt war, machte ich mich auf den Weg zurück ins Hotel.

 

 

 

 

Dabei kam ich

dann noch an der

Friedenssäule

vorbei......

 

.....außerdem an

einer Gruppe

junger Männer,

die in merkwürdiger

Verkleidung

Musik machten.

 

Und nochmal an den, jetzt am Abend, wunderschön beleuchteten Jugendstilhäusern.

 

Im Hotel angekommen habe ich mich sofort ins Restaurant begeben und mit der Gruppe zu Abend gegessen.

Danach wollte ich unbedingt den phantastischen Ausblick auf der Terrasse des Hotels in der obersten Etage genießen.

 

Ich fuhr also mit dem Aufzug nach oben und war überrascht als ich ausstieg und in der Lounge stand. Eine kleine Bar mit ein paar Tischen und einem Balkon in luftiger Höhe. Ich fand einen freien Platz auf dem Balkon, bestellte mir einen Mai Tai und genoss die Aussicht, den Blick über die Hauptstadt Lettlands und den lauen Sommerabend.

 

 

 

Tag 5

 

 

Heute war mal wieder ein langer Fußweg angesagt.

Riga`s Jugendstilviertel und Altstadt sollte per Pedes erkundet werden.

So ging es nach dem Frühstück (was leider nicht in der Lounge in der obersten Etage stattfand) zunächst in die Alberta Straße.

Hier stehen die meisten und schönsten Häuser, welche zu 90% restauriert sind. Da wir sehr früh aufgebrochen sind, waren wir zum Glück die erste Reisegruppe in der Straße. Eine halbe Stunde später wimmelte es nur so von Reisegruppen mit mehr oder weniger vielen Teilnehmern. Da waren wir schon am Ende angekommen.

Zu den Häusern gibt es viel zu erzählen. Einer der herausragenden Architekten war „Michail Ossipowitsch Eisenstein“, der mit seinen mehr als 50 entworfenen Häusern das Stadtbild von Riga entscheidend geprägt hat. Der in Sankt Petersburg geborene jüdische Deutschbalte begann mit seiner Tätigkeit bereits im Jahre 1893, wanderte aber nach Beginn der Oktoberrevolution nach Berlin aus wo er im Jahre 1921 verstarb.

Die Hausnummern, die sich neben den Eingangstüren befinden, sehen anders aus als bei uns, da sie mehr Informationen beinhalten.

 

 

 

 

 

Folgendes steht auf den Schildern:  

-  Straßenname 

-  Nummer 

-  Hinweis, ob sich das Haus im

   Privat- oder Staatsbesitz befindet 

-  und als unterstes die

   Grundbuchnummer.

Von der Alberta Straße ging es weiter Richtung Altstadt.

Wir durchquerten den Kronvalda Park, vorbei an einem schönen Springbrunnen, dem litauischen Außenministerium, und verschiedener Statuen.

Eine erste kleine Pause mit Sitzmöglichkeit machten wir am Freiheitsdenkmal, welches sich auf dem Freiheitsboulevard befindet.

Dort erhielten wir dann einige Erklärungen, u.a. dass das Denkmal Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts an der Stelle errichtet wurde, wo das Reiterstandbild Peter des Großen von 1910 bis 1915 gestanden hat.

              

Die drei Sterne auf der Spitze der Statue symbolisieren die drei historischen Regionen Lettlands. Wichtige Ereignisse Lettlands sind am Fuß der Statue durch verschiedene Skulpturen dargestellt.  Dabei fällt auf, dass die Freiheitsgestalt und die mit stolzem Blick dargestellten Figuren nach Westen schauen, die Figuren mit gesenktem Haupt und in Ketten gelegten jedoch nach Osten schauen.

Vom Denkmal ging es dann weiter über den Freiheitsboulevard, der die Alt- mit der Neustadt verbindet, zum Pulverturm, der seit dem 17. Jahrhundert als Schiesspulverlager genutzt wurde.

    

Ein langer Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt führte uns zu den ältesten Häusern der Stadt, die man auch „die drei Brüder“ nennt.

Das rechte der nebeneinander liegenden Häuser mit der Hausnummer 17 stammt bereits aus dem 15. Jahrhundert. Die beiden anderen Häuser, Hausnummer 19 und 21, stammen aus dem 17.Jahrhundert. In diesen Häusern wurde sowohl gewohnt als auch gearbeitet, es wurde u.a. Handel betrieben. In den Holzdecken befinden sich in der Mitte Öffnungen, durch man Waren mittels eines Seils in die unteren Etagen herab lassen konnte.

              

 

 

 

 

 

 

Von den drei Brüdern gingen

wir dann weiter zum

Rathausplatz, wo wir

zunächst auf die aus

dem 13. Jahrhundert

stammende

Petri-Kirche trafen.

 

Und von dort waren es nur noch ein paar Schritte zum prächtigen Schwarzhäupterhaus, oder das

 

„Neue Haus der großen Gilde“.  

 

Es diente bereits Anfang des 14. Jahrhundert den Kaufleuten Riga`s für Zusammenkünfte. Der nach holländischem Vorbild gestaltete Giebel ist überaus reichlich verziert mit Skulpturen und Reliefs.

 

Das Haus ist eines der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.

 

Da es mittlerweile schon wieder Mittag geworden ist, verabredeten wir uns für 12 Uhr 30 zum gemeinsamen Mittagessen in einem Litauischen Restaurant direkt am Rathausplatz.

Ich hab, da es schon fast so weit war, nur einen kleinen Spaziergang hinunter zum Fluss Daugava gemacht.

 

Pünktlich um halb eins war ich dann im Restaurant und das gemeinsame Mittagessen war wieder mal sehr lecker.

Damit war dann auch die geführte Tour zu Ende und der Nachmittag stand uns zur freien  Verfügung.

Also machte ich mich auf den Weg zum Okkupations-Museum, welches sich in der Nähe des Rathausplatzes in einem sehr hässlichen, dunklen Gebäude befindet.

Es erinnert an einen riesigen, schwarzen Schuhkarton und passt so gar nicht in die Umgebung.

 

Die Ausstellung ist jedoch umfangreich und die Fotos schon sehr bedrückend. Man lernt eine ganze Menge über die jüngere Geschichte des Baltikums und speziell über Lettland, da es sich ausschließlich mit der Zeit zwischen 1940 und 1991 beschäftigt.

 

Danach bin ich dann noch einmal in die Altstadt zurück und weiter zum Rigaer Dom.

 

Er wurde im Jahr 1211 erbaut und ist die größte baltische Kirche. Da sie in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach umgebaut wurde, ist ihr Baustil nicht mehr erkennbar.

 

Die Kirche stand ursprünglich auf einem kleinen Hügel. Heute ist das jedoch nicht mehr der Fall, weil die Straßen rundherum zur Vermeidung von Überschwemmungen angehoben wurden.

Die Besichtigung des Doms hab ich mir nicht nehmen lassen, da er wirklich sehr schön von innen ist.  Besonders der Holzaltar hat wunderschöne Schnitzereien, auch die Kanzel ist beindruckend.

 

Es gab jedoch einige abgesperrte Bereiche, es wird an vielen Stellen innen und außen gearbeitet. Selbst im Bereich des Innenhofs gab es einige Baustellen und der Kreuzgang war mit allerlei Baumaterialien zugestellt.   

 

Auf dem Domplatz musste ich mir und meinen müden Füssen dann wieder eine kleine Pause gönnen. In einem hübschen Strassencafe hab ich mir einen leckeren Cappuccino gegönnt und dabei die vielen Touristen beobachtet.

Auf dem Rückweg ins Hotel bin ich noch einmal zum Livländischen Platz gekommen, welcher erst nach dem 2. Weltkrieg angelegt wurde. Rund um den Platz befinden sich neben einigen Wohnhäusern aus dem 18.Jahrhundert auch einige Gilde-Häuser, so z.B. das der „Gilde der Kaufleute“, und der „Gilde der Handwerker“.

 

Im Sommer ist der Platz ein beliebter Treffpunkt, da es eine Vielzahl von Cafés und Restaurants mit Terrasse gibt.

 

Weiter ging es dann wieder vorbei an der Friedenssäule hin zur Christi-Geburt-Kathedrale, das größte orthodoxe Gotteshaus in Riga.

 

Zur Sowjetzeit wurde sie als Planetarium und Restaurant missbraucht. Danach wurde sie renoviert und wurde so wieder zu einem sakralen Bauwerk, in dem auch wieder regelmäßig orthodoxe Gottesdienste stattfinden.

 

Leider war sie bei meinem Besuch geschlossen, sodass ich sie nur von außen besichtigen konnte. Aber auch das war schon sehr beeindruckend.

 

 

Und da der Tag schon wieder seinem Ende zuging, hab ich mir unterwegs noch einen kleinen Snack in einer Art Imbiss gegönnt.

 

Und der lettische Rotwein auf der Terrasse der Hotel-Lounge war auch ein Genuss, kein Wunder bei diesem phantastischen Ausblick. Den musste ich mir einfach noch einmal gönnen.

 

          

Tag 6

 

 

 

 

Heute mussten wir uns von Lettland und seiner Hauptstadt Riga verabschieden um unsere letzte Station zu erreichen:

Tallinn.

 

Da wir bis dahin noch einiges zu besichtigen hatten, ging es bereits um 7 Uhr 45 los.

 

Wir machten noch eine kleine Stadtrundfahrt und kamen u.a.  an der Gertrudiskirche vorbei.

Bereits eine halbe Stunde später hatten wir Riga verlassen und befanden uns auf der A1 Richtung Norden.

Nach einer weiteren halben Stunde waren wir fast an unserem 1. Zwischenstopp angekommen.

Zuvor passierten wir jedoch noch die die Bob-Bahn in Sigulda. Die Stadt an der Gauja ist u.a. Wintersportzentrum und bezeichnet sich selber gern als „lettische Schweiz“. Auf der Bob-Bahn wurden bereits Rodel- und Bob-Weltmeisterschaftsläufe ausgetragen.

Natürlich haben wir auch das wunderschöne „Neue Schloss Sigulda“ besichtigt, leider nur von außen.

 

Von dort ging es weiter durch den Gauja Nationalpark und kamen u.a. an der Gutmannshöhle vorbei. Leider liegt sie etwas versteckt hinter Bäumen und ist von der Straße nur sehr schwer zu erkennen und man ist schnell daran vorbeigefahren.

 

Den nächsten Stopp haben wir dann auf der sagenumwobenen Burg Turaida eingelegt, welche von einer ca. 41 ha großen Parkanlage umgeben ist.

Wir machten einen längeren Spaziergang, vorbei an verschiedenen Skulpturen....

....um zunächst zum Grab der „Rose von Turaida“ zu kommen.

 

Die Legende:

Nach einer Schlacht zu Füßen der Burg Turaida im Jahri 1601 fand der Burgschreiber Greif auf der Suche nach Überlebenden ein Neugeborenes in den Armen seiner toten Mutter. Er zog das Mädchen wie eine eigene Tochter auf und gab ihm den Namen Mai; herangewachsen erhielt sie wegen ihrer großen Schönheit den Beinamen Rose. Mit dem aus Deutschland eingewanderten Landschaftsgärtner Viktor Heil verband sie eine tiefe Liebe, im Herbst 1620 wollten die beiden heiraten. Kurz zuvor lockte ein Bote – vermeintlich in Viktors Auftrag – Mai zur Gutmannshöhle, ihrem gewöhnlichen Treffpunkt. Sie begab sich in Begleitung von Leutha, der Tochter ihres Adoptivvaters, dorthin. Dort lauerte ihr der polnische Söldner Adam Jakubovski in der Absicht auf, sie zu vergewaltigen, da sie seinen Heiratsantrag abgelehnt hatte. Mai bot ihm ihr Halstuch, das den Träger unverwundbar mache, falls er sie gehen ließe, und forderte ihn auf, die Wirkung des Tuches an ihr zu erproben. Nach kurzem Zögern verwundete Jakubovsky sie daraufhin tödlich mit seinem Schwert. Mai starb entsprechend dem Sinnspruch, der in das Halstuch – ein Geschenk ihres Verlobten – gestickt war:

 

»Lass' des Muthes Fahne wehen,
Wenn den Stab dein Schicksal bricht!
Lass' dein Leben untergehen,
Aber deine Ehre nicht!«

 

Am Abend fand Viktor in der Höhle die Leiche seiner geliebten Mai. Zunächst fiel der Mordverdacht auf ihn; vor Gericht trat jedoch ein Zeuge namens Peter Skudritz auf und sagte aus, er habe Mai in Jakubovskis Auftrag zur Höhle gelockt und die Tat mit angesehen. Der Mörder selber habe sich inzwischen erhängt. Leutha, die nach einigen Tagen des Umherirrens aufgefunden wurde, bestätigte diesen Tatverlauf.

Nach der Beisetzung seiner Verlobten bei der Burg kehrte Viktor Heil in seine Heimat zurück. Die der Legende nach von ihm auf Mais Grab gepflanzte Linde grünt noch immer. Die Stätte ist ein beliebter Wallfahrtsort für Jungvermählte.

 

Von diesem für Jungvermählte beliebten Wallfahrtsort gingen wir dann weiter zur Burganlage.

Durch die große Parkanlage und den umgebenden Nationalpark gibt es hier eine Vielzahl von Insekten, die einen umschwirren und über den Boden kriechen. Einige hab ich sogar mit meiner Linse erwischt:

 

 

Der Parkplatz, auf dem ein paar Verkaufsstände mit Landestypischen Artikeln standen, befindet sich in unmittelbarer Nähe eines kleinen See´s, der mit schönen Seerosen bedeckt war.

Unsere Mittagspause sollten wir in einer Raststätte machen, und so fuhren wir noch ein Stück durch den Gauja Nationalpark.

Die Raststätte, die wir dann erreichten, lag in einem schönen kleinen Garten mit ein paar Mannshohen Holzschnitzereien.

Innen gab’s ein paar Tische, außerdem eine kleine Terrasse. Das Essen war gut und das Bier hat geschmeckt und nach einer Dreiviertelstunde ging es auch schon wieder weiter Richtung Tallinn.

Kurz hinter der Raststätte überquerten wir die Grenze nach Estland. Auch hier sind die Grenzanlagen noch komplett vorhanden aber bereits sehr stark verwildert.

Entlang der Straße nach Tallinn, die fast nur geradeaus führt, sahen wir immer wieder Störche in großer Zahl, die sich auf den Feldern versammelten, um sich auch von hier aus gemeinsam auf den Weg in den Süden zu machen. Außerdem sahen wir sehr viele Storchennester, die sich auf extra dafür aufgestellten Laternenmasten befanden.

Die Landschaft, die wir durchquerten, war sehr schön, sodass die lange Busfahrt, es dauerte noch über ein Stunde, bis an unserem nächsten Zwischen-Ziel ankamen, sehr schnell verging.

 

Es war etwa 15 Uhr, als wir am Strand von Pärnu unsere Schuhe ausziehen und durch den warmen Sand spazieren konnten. Wir kamen uns vor wie am Mittelmeer, es war warm, die Sonne schien und der Sand war fein und goldgelb.

 Da konnte auch eine kleine, aber fast schwarze

Regenwolke nichts dran ändern.

Der Regenschauer war schnell wieder vergessen und der nasse Sand durch die Sonne wieder getrocknet. Wir genossen die Stunde Aufenthalt und das Einsteigen in den Bus zur Weiterfahrt fiel allen sichtlich schwer.

 

Aber es stand nochmal eine längere Busfahrt an, 1 ½ Stunden.

 

Es war bereits halb sechs als wir dann endlich im Hotel L`ermitage in Tallinn ankamen.

Da es noch hell war und die Sonne hier von einem wolkenlosen Himmel schien, machte ich mich sofort auf den Weg Richtung Altstadt. Den Koffer konnte ich auch noch später auspacken.

Das Hotel lag günstig in Altstadtnähe und so führte mich mein Weg zunächst hinauf auf den Domberg.

 

Der Weg von der Hotelseite aus geht sehr steil hinauf, aber die Anstrengung war schnell vergessen, als die alles Überragende Orthodoxe Kirche, die

Alexander-Newski-Kathedrale,

vor mir auftauchte. Diese, erst um 1900 errichtete, Kirche war bei den Einwohnern sehr unbeliebt, da sie ein überdeutliches Zeichen der Zugehörigkeit zum Zarenreich darstellte. Eigentlich sollte sie sogar nach der Unabhängigkeit 1924 abgerissen werden.

Da dies zum Glück nie geschah ist sie heute eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit.

Das Gebäude ist von außen unbeschreiblich schön, und der stahlblaue Himmel tat ein Übriges. Im inneren findet man, wie in allen orthodoxen Kirchen, einen goldverzierten Altar und eine Vielzahl von Ikonen. Und auch wenn es eigentlich verboten ist, so hab ich doch heimlich ein Foto gemacht.

Ich ging dann noch ein Stück Richtung Zentrum des Domberges, aber da mein Magen sich meldete, machte ich mich auf den Weg zurück ins Hotel.

 

Nach dem gemeinsamen Abendessen bin ich erneut auf den Domberg geklettert, weil ich mir Tallinn bei Nacht ansehen wollte.

 

Ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Die Aussicht von dort oben ist schon genial. Es gibt 4 Aussichtspunkte, die eine Sicht auf Tallinn in alle 4 Himmelsrichtungen erlauben.

 

Wieder im Hotel angekommen, bin ich dann nach diesem anstrengenden Tag und wunderschönen Abend todmüde ins Bett gefallen.

 

 

 

Tag 7

 

 

 

Heute bekam unsere Reiseleiterin Unterstützung von einer Estländischen Kollegin, die uns ihre schöne Hauptstadt zeigen wollte.

Als erstes stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, und da das Wetter wieder super war, blauer Himmel und Sonne pur, stiegen wir alle gut gelaunt in den Bus und freuten uns auf das was kommen sollte.

Zunächst ging es also vorbei an der Haupteinkaufsstraße zum Sportstadion, dem Schauplatz der „singenden Revolution“.

Dieses Stadion, welches das größte des Landes ist, bietet auf seiner Bühne Platz für bis zu 20.000 Personen und auf dem Platz davor für bis zu 200.000 Personen. Es ist riesig, auch wenn wir es uns so nicht vorstellen konnten.

Ende der 80er Jahre demonstrierten hier fast ein Drittel der Esten gegen das sowjetische Regime.  Auch die unabhängigkeitsfeiern Anfang der 90er Jahre haben hier stattgefunden und noch heute findet hier alle 5 Jahre ein gigantisches Sängerfest statt.

 

Zuletzt im Jahr 2009.

 

 

 

 

Am Eingang steht eine Überlebensgroße Figur von dem Komponisten Gustav Ernesaks. Er hat die „Hymne der Estnischen Sozialistischen Sowjetrepublik“ komponiert und gilt als Wegbereiter der singenden Revolution.

Von dort fuhren wir an den Strand, welcher dem Domberg gegenüber liegt. Man hat dort einen schönen Blick auf die Altstadt und den Domberg.

Vom Strand ging es dann wieder zurück in die Altstadt und zum Domberg hinauf.

 

Als erstes waren wir in der kleinen Parkanlage Kuberneri Aed, der direkt neben dem Schloss der russischen Zarin Katharina II. liegt. Hier ist heute der Sitz von Parlament und Regierung.

 

In einer Ecke steht einer von drei noch erhaltenen Wachtürmen, der lange Hermann (estn. „Pikk Hermann“), auf dessen Spitze die estnische Flagge jeden Tag bei Sonnenaufgang gehisst und bei Sonnenuntergang wieder eingeholt wird. Und wenn man sich in der Nähe aufhält, kann man die estnische Nationalhymne hören, die dabei immer gespielt wird.

 Weiter ging es dann zur russisch-orthodoxen Alexander-Newski-Kathedrale. Da ich am Vortag bereits dort drin war, hab ich es mir auf einer Bank gemütlich gemacht, und die wunderbar warme Sonne genossen.

 

 

 

 

Nach einer viertel Stunde ging es weiter zu einem der Aussichtspunkte, vorbei an der Domkirche, einer im 13. Jahrhundert erbauten und somit eine der ältesten Kirchen der Stadt.

Unterwegs hab ich mir eine kühle Cola gekauft, von einem der fahrenden Händler, die mit Ihren Fahrrädern hier überall herum fahren.

Am Aussichtspunkt angekommen empfing uns eine der vielen Musiker-Gruppen, die man überall in der Stadt findet. Erstaunlicherweise spielten sie ein deutsches Volkslied  >>>Muss i denn zum Städele hinaus<<<.

 

Unser weiterer Weg führte uns vom Domberg hinunter mitten hinein in die Altstadt. Und auch hier wieder kleine Gassen, schöne restaurierte Häuser und.... 

.....viele Touristen.

Gegen Mittag kamen wir am Viru Gates an, ein Tor aus dem 14. Jahrhundert, welches die Altstadt von der Neustadt trennt.

Ab hier stand uns dann der Tag zur freien Verfügung.

 

Da sich mein Magen meldete, hab ich mir erst mal was Leckeres bei Mc Donalds gegönnt. Cappu und Kuchen waren richtig lecker angerichtet, und ich glaube, dass ich so etwas bei uns nicht bekommen würde.

Aber egal, hat geschmeckt und frisch gestärkt habe ich mich auf den Weg zur nächsten Haltestelle der „Tallinn City Tour-Busse“, auch bekannt unter dem Namen

„Hop on Hop off“.

Die Haltestelle lag in der nähe des Freedom Square mit seinem risigen Kreuz

Und während ich so auf den Bus wartete, kam wieder eine der vielen Stretch-Limo`s samt Brautpaar und laut hupend vorbei:

Nach eine viertelstunde kam dann endlich der Bus und ich hab mich auf den Weg zum Freilichtmuseum

>>>The Estonian Open Air Museum

(Estonian: Eesti Vabaõhumuuseum)<<<

gemacht.

Es handelt sich um eine Rekonstruktion eines aus dem 18.Jahrhundert stammenden Fischerdorfes, das komplett aus Kirche, Schule, Feuerwache, einigen Mühlen, Wirtshaus und einigen Höfen besteht.